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18 Mai, 2012
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65er.DodgeCustom65er Dodge Custom 880

Das „Custom“ ist in dem Fall etwas verwirrend. Das ist nämlich ein Dodge Custom 880, so die Modellbezeichnung, den man zum Custom umgebaut hat. „Man“ ist in dem Fall Alex Halter.

Alex Halter, Giswil, Schweiz

Von Andy Hajenski, Fotos: Alex Halter

Der sollte den regelmäßigen Lesern kein Unbekannter sein. Im letzten Heft haben wir nämlich seine Firma ACP in Giswil in der Schweiz vorgestellt. Nachbestellen, wer’s verpasst hat … Leider mussten wir uns bei dem ACP-Artikel auf eine Seite beschränken und hatten deshalb keinen Platz für Alex’ eigene Autos. Nicht, dass sich das nicht gelohnt hätte. Deshalb bringen wir jetzt den Dodge Custom. Und sein Dragrace-Charger kommt demnächst dran.

Immer wieder gibt es interessante Geschichten, wie die Leute an ihre Autos kommen. Geerbt, beim Kartenspielen gewonnen, in letzter Zeit scheint E-Bay die häufigste Variante zu sein. Bei Alex war es absoluter Zufall. Sein Freund Claudio wollte einen alten 331er Hemi aus Amerika kaufen. Der Händler drüben hatte auch noch den Custom 880 im Angebot, und da Claudio eine Schwäche für Hardtop-Coupés hat, nahm er den gleich mit. So lohnte sich die Fracht und der Motor kostete nicht noch mal extra Zoll.

Als das Auto in der Schweiz ankam, war der Hemi provisorisch eingebaut, der ursprüngliche Motor lag im Innenraum. Da war auch genug Platz, denn die Innenausstattung bestand nur aus dem Armaturenbrett und dem Rücksitz. Der Wagen hatte offensichtlich jahrelang in der Wüste gestanden, man konnte die ursprüngliche Farbe noch ahnen, aber Lack war eigentlich nicht mehr drauf. Die gute Nachricht: Es gab zwar überall Flugrost, aber nicht den Ansatz von Durchrostungen. Umso ärgerlicher, dass eine Pappnase beim Ausladen das ganze Heck mit dem Stapler verballert hatte. Solche Kerle verdienen Backpfeifen! Bis auf die Innenausstattung war der Wagen komplett und sogar fahrbereit. Solange man eine Bierkiste reinstellte und nur einen Hügel runterrollen wollte – mit genügend Auslauf.

Customizing

Um es zusammenzufassen: super Substanz, superviel Arbeit. Die wollte Claudio sich nicht unbedingt antun. Also landete das Auto, fast logischerweise, bei Alex. Zeitsprung: Mitte der Sechzigerjahre war das traditionelle Customizing in den USA fast tot. Man ist sich normalerweise nicht bewusst, dass die Jungs früher meistens fast neue Autos für ihre Umbauten genommen haben, nicht alte, wie wir heute. Das heißt, das übliche „Custom-Material“ sind Autos aus den Dreißigern bis in die frühen Sechzigerjahre. Als das Customizing Anfang der Achtzigerjahre als Nostalgiebewegung langsam zurückkam, beschränkte man sich logischerweise auf die Modelle, die die Jungs früher auch genommen hatten. Mittsechziger oder gar neuere Customs sind deshalb extrem selten …

Mehr im Street Magazine Nr. 6-2010

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