Hot-Rod-Kauf USA - Es gibt viele Möglichkeiten, zu einem Hot Rod zu kommen. Wie es mal richtig gut geklappt hat, erzählen wir hier.
Alexander Golsch, Cuxhaven
Von Andy Hajenski * Fotos: Sabrina Walther
Alex ist seit seiner Geburt US-Car-Fan. Na, vielleicht nicht ganz seit der Geburt, aber schon als Kleinkind war er ganz begeistert vom Chevy Coupé eines Nachbarn. Und als er etwas größer war, nahm er sich vor, später mal selber so was zu fahren. Sollte aber bis fast zu seinem 26. Geburtstag dauern, bis das so weit war. Dafür war der erste Ami gleich ein Hot Rod, ein T-Bucket mit Chevy-V8. Das war aber irgendwie nicht das Wahre. Zu offenherzig. War das Wetter gut, verbrannte man sich die Glatze, regnete es, wurde man nass. Und wenn es kalt war, war es kalt. Und weite Strecken konnte man damit schon gar nicht fahren. So wurde der bald wieder verkauft, um stattdessen einen wetter- und langstreckentauglichen Rod anzuschaffen.
Auftritt Stefan Rabenschlag. Die treuen Leser werden sich noch an den früheren STREET-Fotografen erinnern. Stefan hat dann das gemacht, wovon viele träumen und noch mehr reden, wozu aber fast allen die Traute fehlt: Er ist einfach in die USA gegangen. Na ja, einfach war’s jetzt nicht wirklich. Drüben bekam er nämlich überraschenderweise nichts geschenkt, und so musste er sich mit verschiedenen Jobs über Wasser halten. Darunter so unterschiedliche wie Möbelpacker, Rettungswagenfahrer und Türsteher in verschiedenen Kneipen und Clubs. Keine Ahnung, ob er dabei auch manchmal die Leute verarztet hat, die er vorher rausgeworfen hatte.
Ein Job hat ihm immer besonderen Spaß gemacht: Autoscout, wie das so schön heißt. War sogar schon im deutschen Fernsehen damit zu sehen. So Sendungen sind ja schwer in Mode, und das längst nicht mehr nur auf DMAX. Autoscout heißt, er sucht für Leute aus Deutschland in Kalifornien und den umliegenden Staaten deren Traumautos. Klingt, als könnte das eventuell Spaß machen … Manchmal muss er sich dafür nur ein Auto, das ein potenzieller Käufer im Internet gefunden hat, ansehen, ob das was taugt, manchmal gibt es das volle Programm. Und manchmal gibt es das richtig volle Programm, so wie hier.
Alex wandte sich also im Sommer 2009 an Stefan, den ihm der Vater eines Freundes empfohlen hatte. Und hat es nicht bereut. Maßgabe war ein Dach, zwecks Wetters, und vor allem Langstreckentauglichkeit. Nicht immer selbstverständlich bei Hot Rods. Aber Alex hatte das Trailerfahren einfach satt. Stefan tat dann ein Model A Coupe auf, das in Boulevard stand, einem kleinen Kaff, rund 70 Meilen östlich von San Diego, in der Nähe der mexikanischen Grenze, mit 1.496 Einwohnern (Stand Volkszählung 2000). 649 weibliche und 847 männliche. Einer dieser 847 ist William Foultz, eigentlich eher ein Harley-Fahrer.
Der hatte den Rod gebaut, nachdem das Häuschen schon lange bei ihm rumgestanden hatte. Obwohl das nicht so richtig das war, was Alex suchte, war die Basis doch gut. Der Rahmen war geboxt, also vom offenen U- zu einem geschlossenen Vierkantprofil umgeschweißt worden. Vor allem hatte man ihn radikal gezettet, das heißt im Bereich der Vorder- und Hinterachsaufhängung Z-förmig nach oben versetzt. Vorne 3,5 Zoll und hinten heftige 11 Zoll. Das sind rund 28 cm! So kommt man so tief und so kriegt man diesen Look mit den Hinterrädern, die nicht in, sondern über den Radhäusern stehen. Natürlich geht das nur ohne Kotflügel. Die nachträglich montierten, in Deutschland vorgeschriebenen Radabdeckungen wurden selbstverständlich nur für die Fotos abgenommen, als pflichtbewusster Staatsbürger würde Alex nie so auf öffentlichen Straßen rumfahren …