
Kennt ihr die „Dillehay Rats”? Nein? Wundert mich nicht, ich bisher auch nicht. Mit diesem Artikel werden wir das ändern.
Billy F. Gibbons, Texas, USA
Von Andy Hajenski
Im Jahr 1956 wurde Everett Stafford aus der Armee entlassen. Zusammen mit seiner Frau Evona, die ihren Sohn Kirby erwartete, machte er sich in seinem tiefergelegten 49er Mercury mit „Mello Tone glass-pack“-Auspufftöpfen von San Diego aus auf den mehr als 3.500 km langen Weg über die Route 66 nach Danville in Kentucky. 1962 kauften sie ein Grundstück auf der Dillehay Street und Everett eröffnete da eine Lackierwerkstatt; zunächst arbeitete er dort nur nach Feierabend, aber bald schon fulltime. Die Dillehay Street war keine gute Gegend, Everett lernte schon bald die ruppigen Jungs dort kennen und nannte sie „Dillehay Rats“. Der kleine Kirby verbrachte einen großen Teil seiner Jugend in der Werkstatt und lernte die Liebe zu den Hot Rods von seinem Vater.
Zeitsprung ins neue Jahrtausend. Kirby ist längst erwachsen und baut seine eigenen Hot Rods. Genau wie Richard Sanders, der inzwischen auch in der Dillehay Street wohnt und ein enger Freund geworden ist. Bald sollen die beiden das zusammen hauptberuflich machen. Und es gibt noch ein paar Jungs, die ebenfalls hier wohnen oder arbeiten und Hot Rods bauen und fahren. Rat Rods, um genau zu sein, obwohl sie den Begriff nicht mögen und es vorziehen, sie „ol’skool“ zu nennen. Trotzdem benutzen sie ein Ratten-Logo, das bald weithin bekannt ist als Zeichen der neuen „Dillehay Rats”.
2002. Kirby und Richard überlegen, was sie als nächstes bauen wollen. Es soll etwas Ungewöhnliches werden, aber vor allem etwas richtig Fahrtaugliches, das auch einen langen Trip ohne Probleme mitmachen würde. Beide kaufen sich einen Ford Pickup, Richard einen 34er und Kirby einen 36er. Auch wenn auf der Dillehay-Website von einem 35er gesprochen wird, ist es ein 36er mit 35er Grill. Im nächsten Frühjahr wollen sie damit die „Jungfernfahrt“ (Mann, was ein blödes Wort!) nach Myrtle Beach machen, hin und zurück etwa 2.000 km. Um es kurz zu machen, die Trucks – beide ohne Lack, mit Diagonalweißwandreifen und offenen Auspuffanlagen – überstanden die Tour ohne Probleme.
Billy F. Gibbons
Der Sommer 2003 war klasse. Nachdem er insgesamt rund 5.000 km gefahren war, verkaufte Kirby seinen 36er Pickup auf den NSRA Nationals in Louisville an Billy F. Gibbons. Ich denke, jeder, der dieses Heft hier überhaupt liest, weiß, dass Billy ein echter „gearhead“ ist. Hauptberuflich Autofreak und nur im Nebenberuf Gitarrist bei ZZ Top. Aber was bringt Billy, der in seiner Garage High-End-Autos wie das „Eliminator Coupe“ oder den „CadZZilla“ stehen hat, dazu, sich einen Rat Rod zu kaufen …?