
Als „Job-Rated trucks“ hat Dodge seine Lkw-Palette ab 1939 vermarktet. Auf seinen heutigen Job zugeschnitten ist der hier gezeigte 48er Dodge B1, auch wenn der im Grunde lediglich noch darin besteht, herrlich „oldschool“ auszusehen. Der Half-Ton-Pick-up hat allerdings auch eine interessante Geschichte.
Matthias Wilhaus, Ihlow
Von Jens Kuhlmann, Fotos: Uwe Stöhr
Lastkraftwagen gehörten beim US-Autohersteller Dodge, der in der hiesigen Szene eher durch seine „Charger“- und „Challenger“-Modelle bekannt ist, jahrzehntelang zum Kerngeschäft. John Francis und Horace Elgin Dodge, die ursprünglich als Teilezulieferer ins Automobilgeschäft eingestiegen waren, hatten ihr erstes Fahrzeug bereits 1914 vorgestellt, und darüber hinaus gaben sie pikanterweise sogar ihren späteren Konkurrenten Eli Olds und Henry Ford finanzielle Starthilfe. Die Dodge-Brüder, deren Lkws seit 1933 den „ram“ („Steinbock“ oder „Widder“) als Logo trugen, hatten bereits ab 1915, während des Ersten Weltkriegs, zu Tausenden Lastwagen produziert, die zuverlässig an der Front in Frankreich ihren Dienst taten.
Während des Zweiten Weltkriegs sollen es sogar nahezu 400.000 Lastwagen gewesen sein, die Dodge für das US-Militär hergestellt hat. Der größte Teil davon waren allradbetriebene ¾-Tonner, die sich dabei durch ihre außerordentliche Robustheit hervortaten. Auf Basis dieser im Kriegseinsatz bewährten Militärtrucks entwickelte Dodge nach dem Krieg übrigens die legendären „Power Wagon“-Modelle, die noch bis 1968 im Programm blieben. Die außerhalb der USA in Lizenz gefertigten „Power Wagons“ gab es zum Teil sogar noch deutlich länger.
Eine Erwähnung wert ist sicher auch die Tatsache, dass sich ein vermögender Dodge-Truck-Freund aus den Emiraten vor einigen Jahren eigens einen „Power Wagon“ im Maßstab 4:1, also in vierfacher Originalgröße, anfertigen ließ. Das gigantische, von einem Industriemotor angetriebene Unikat diente dem autoverrückten Araber als Wohnmobil für Ausflüge in die Wüste; und das Ungetüm ist damit ganz nebenbei auch einmal mehr zu einem Beleg dafür geworden, welch guten Ruf die antiken Dodge-Lastkraftwagen auch außerhalb der USA wohl noch immer genießen. Der Job als rollende Behausung zählt dabei vermutlich auch zu den wenigen Aufgaben, für welche die robusten Lastesel aus den Vierzigerjahren nicht schon werkseitig vorgesehen waren …
Mehr im STREET Magazine Nr. 3-2012 …