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22 Mai, 2013
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SELTENE FELGEN

Du bist im Recall!

 

Liebe STREET-Redaktion! Ich habe seit fünf Jahren euer Magazin abonniert und bin nach jeder Ausgabe schon gespannt auf die nächste. Besonders interessieren mich Muscle Cars, und obwohl ich auch schon mehrere Camaros und einen Pontiac LeMans hatte, tendiere ich jetzt doch mehr in Richtung Mopar. Ich baue gerade einen 70er Barracuda mit 318er Motor auf, den ich vor zwei Jahren gekauft habe, und überlege, einen Satz anderer Felgen und Reifen zu montieren, da mir die Chromfelgen, die jetzt drauf sind, nicht gefallen. Eigentlich würde ich gerne die 15-Zoll-Rallye-Wheels haben, aber als ich im Internet ein bisschen nach Barracudas gesucht habe, habe ich eine Stylingstudie von damals gesehen, die Felgen hatte, die ich vorher, glaube ich, schon einmal in irgendeinem Magazin an einem 69er Charger gesehen hatte. Die Räder würden sich bestimmt auch gut auf meinem Barracuda machen. Das Bild von der Barracuda-Studie habe ich mitgeschickt. Sind die Felgen auf dem Auto Mopar-Teile, die es als Extra gab, oder sind das irgendwelche Zubehörteile aus der Zeit? Vielen Dank schon mal vorweg und macht weiter so! Tobias Krömer aus Stuttgart

 

Hallo Tobias, zunächst vielen Dank für das Lob! Die Felgen, die auch an der Stylingstudie für den ursprünglich geplanten 75er Barracuda montiert sind, kennen wir sehr wohl. In Mopar-Kreisen sind die Räder als „W23 recall wheels“ bekannt. Der Name kommt nicht etwa daher, dass Mopar Ende der Sechziger die Superfelge gesucht hätte und der Typ dabei im Recall gelandet wäre, „recall“ ist im Englischen ja auch der Begriff für eine „Rückrufaktion“, die aus Sicherheitsgründen erfolgt. 1969 hat der US-Radhersteller „Kelsey Hayes“ eine Gussaluminiumfelge mit stählernem Radkranz gefertigt, die Chrysler unter dem Bestellcode „W23“ als Option in verschiedenen Mopars angeboten hat. Das W23-Rad war damit übrigens die erste in den USA direkt von einem Autohersteller angebotene Alufelge. Wie sich kurz darauf herausstellte, neigten die Radmuttern jedoch dazu, sich mit der Zeit von selbst zu lösen. Wurden sie aber zu stark nachgezogen, dann konnten die Felgen im Bereich der Befestigungslöcher im schlimmsten Fall brechen. Eine ziemlich gefährliche Angelegenheit, weswegen Chrysler die Felgen dann eben auch zurückrufen musste. Offenbar haben einige Besitzer die „recall wheels“ aber dennoch behalten. Originale sind heute allerdings nur noch äußerst selten zu finden, und mittlerweile sollen Sammler für einen einzigen Satz bis zu $ 10.000 Dollar bezahlen. „Specialty Wheel“, ein US-Anbieter für Reproräder, hat jedoch stählerne Nachfertigungen der W23-Räder als „Mopar Warrior Wheel“ in verschiedenen Größen im Programm. Schau mal unter www.specialtywheel.com nach. Zu klären wären aber noch der hiesige TÜV und ein Typgutachten. In einer der nächsten Ausgabe gehen wir genauer auf das Thema Felgen ein.

 

 

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